EU-Neufassung der Zahlungsdiensterichtlinie: Affiliate-Gutscheine vor dem Aus?

Seit ein paar Tagen geistert ein neues Gerücht durch die Online-Welt: Die EU-Neufassung der Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Services Directive II) würde angeblich dazu führen, dass Anbieter von Affiliate-Gutscheinen ab 2017 eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) benötigen würden.

RA Dr. Bahr hat dem AffiliateBLOG Rede und Antwort gestanden. Und erklärt, dass dieses Gerücht nur eines ist: grottenfalsch.

Das Statement von RA Dr. Bahr:

"Hurra, ein neues Sommerloch-Thema! Denn an dem Gerücht, dass die Neufassung der Zahlungsdiensterichtlinie irgendwelche Auswirkungen auf das Affiliate-Marketing hat, ist rein gar nichts dran.

Gutschein ist eben nicht Gutschein. Auch wenn manche Webseiten dies derzeit wild behaupten.

Das, was die Richtlinie regeln will, ist der Bereich der sogenannten Guthaben- bzw. Prepaid-Gutscheine, d.h. Verbraucher X zahlt eine Summe ein und erhält dafür einen Gutschein, den er z.B. einer dritten Person schenkt.

Was die Richtlinie nicht regelt, sind die im Affiliate-Marketing üblichen Rabatt-Gutscheine, d.h. Verbraucher kauft im Online-Shop ein und erhält durch den Gutschein einen Rabatt von 5%.

Hinsichtlich der Rabatt-Gutscheine ändert sich also rein gar nichts.

Übrigens ist das letzte Wort auch bei den Guthaben- bzw. Prepaid-Gutscheinen noch nicht gesprochen. Auch hier ist bislang noch nicht abschließend geklärt, ob diese überhaupt unter die Richtlinie fallen.”